Die wundersame Himmelfahrt des Dr. Martin Luther. Eine Kontroverspredigt

Die wundersame Himmelfahrt des Dr. Martin Luther. Eine Kontroverspredigt

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Dieser Artikel erscheint am 31. Oktober 2022

  • 9783956211614
  • etwa 100 Seiten, Klappenbroschur, fadengeheftet
Schlechte Predigten sind ein Skandal. Dieser Tatsache trug etwa der hl. Alfons von Liguori... mehr

Schlechte Predigten sind ein Skandal. Dieser Tatsache trug etwa der hl. Alfons von Liguori Rechnung: Er verbot einem der Patres der von ihm gegründeten Redemptoristen-Kongregation, nachdem dieser eine schlechte Predigt gehalten hatte, für eine gewisse Zeit nicht nur das Predigen, sondern sogar die Zelebration der hl. Messe.

Wie mit einer schlechten Predigt oft immenser Schaden angerichtet wird, so kann umgekehrt mit einer guten Predigt unermeßlich viel Gutes erreicht werden – sogar über viele Generationen hinweg. Man denke etwa an die Predigten des hl. Augustinus oder des hl. Johannes Chrysotomus!

Doch nicht nur die Predigten solcher Titanen der Kirchengeschichte haben bleibende Bedeutung: Im 19. Jahrhundert gab Johann Nepomuk Brischar sein Sammelwerk Die katholischen Kanzelredner Deutschlands heraus, in das auch die Predigt Pater Franz Xaver Pfyffers SJ über die »wundersame Himmelfahrt Dr. Martin Luthers« aufgenommen wurde – 120 Jahre nach Pfyffers Tod. Zu diesem Sammelwerk und der hiermit erneut vorgelegten Predigt Pfyffers äußerte der langjährige Seelsorger, Pfr. Dr. Otto Miller, wie folgt: »Bei den Predigern, die da in den fünf Bänden Brischars auftreten, da kann man in die Lehre gehen. Da kann man das lernen, was wir am meisten verloren haben: die wahre Volkstümlichkeit. Denn das waren noch nicht Gebildete, die zum Volke ›herabstiegen‹, sondern Volksmänner, die im Volke lebten. (…) In jenen Predigten wird mit der lutherischen Ketzerei nun eben nicht glimpflich umgegangen, denn damals kannte man offenbar noch nicht ›den Zugang zu Luther‹, den uns heute katholische Theologieprofessoren empfehlen, sondern die Abkehr von Luther, – damals hatten die Katholiken in Deutschland offenbar noch nicht jene Eigenschaft, die heute viele am sichtbarsten auszeichnet: die Feigheit. Wobei nicht zu vergessen ist, daß diese handfeste katholische Polemik freilich ein Nichts und ein Garnichts war gegenüber den Pöbeleien und dem Unflat von Beschimpfungen, mit denen lutherische Prädikanten unsere heilige katholische Kirche, den Statthalter Christi, das heiligste Altarssakrament und Bußsakrament, die heilige Mutter Gottes und unsere fromme Heiligenverehrung kübelweise überschütteten. Aber welch eine Lebendigkeit nun in jenen Predigten der Gegenreformation, welch eine Anschaulichkeit, und wie steht all das mitten in der Gegenwart.« Über P. Pfyffers Predigt zu »Luthers wundersamer Himmelfahrt« selbst sagt Pfarrer Miller: »So etwas Prächtiges, Herzerfrischendes gibt es heute überhaupt nicht mehr. Es ist schlechthin genial. Es geht da freilich nicht so zart, zimperlich und rücksichtsvoll zu wie heute bei uns, es gab da noch nicht jene Toleranz, die wir gegen alle anderen üben, die aber keiner gegen uns übt, es gab noch nicht jene Sentimentalität, mit der wir unsere heutige Religiosität gemischt und verwischt haben, während wir Katholiken immer nur die Brutalitäten der Welt merken. Ach, wie lange ist das nun her! Nun sind wir in Deutschland eine Addition von Kompromissen geworden.«

Die von Pfr. Miller bereits für die damalige Zeit (1934) festgestellten Defizite in der Wahrnehmung Luthers haben seitdem eine Steigerung ins Unermeßliche erfahren. Luther – zweifelsohne in seiner geistesgeschichtlichen Wirksamkeit der schlimmste Feind der Kirche und damit Christi – wird gegenwärtig mitunter sogar von solchen, die sich als Katholiken bezeichnen, zu einem »Vater im Glauben« o.ä. hochstilisiert. Dies ist aber nur möglich, weil eingetreten ist, was voraussehbar war: Aus der »Addition von Kompromissen« hat sich die »Summe der Apostasie« ergeben. Die pseudo-ökumenischen Konvergenzen von Modernisten und Protestanten sind deswegen alles andere als zufällig. Sie beruhen auf einem sehr einfachen Sachverhalt: Wer Luther für einen »Vater im Glauben« hält, tut damit kund, daß er – wie eben Luther – vom Glauben abgefallen ist.

Und das ist leider bei sehr vielen der Fall, auch, wenn sie sich darüber durch Zahlung der Kirchensteuer hinwegtäuschen. Gerade in dieser Situation ist die Predigt Pater Pfyffers, in der »Luthers wundersame Himmelfahrt« geschildert wird, hochaktuell. Diese Predigt trägt in humorvoller und origineller Weise zu einer realistischen Einschätzung des Wittenberger »Reformators« bei. Und auch hier gilt: »Die Wahrheit wird euch frei machen.« (Joh 8,32). Freiheit oder Luther!

Nicht zuletzt vermag die Predigt Pater Pfyffers auf ihre Weise einen Beitrag zum Ökumenismus zu leisten, dessen Ziel nach den Worten des Zweiten Vatikanischen Konzils darin besteht, daß alle Christen »zur Einheit der einen und einzigen Kirche versammelt werden, die Christus seiner Kirche von Anfang an geschenkt hat, eine Einheit, die (…) unverlierbar in der katholischen Kirche besteht«. (Unitatis redintegratio, Nr. 4) »Denn einzig dem Apostelkollegium, an dessen Spitze Petrus steht, hat der Herr, so glauben wir, alle Güter des Neuen Bundes anvertraut, um den einen Leib Christi auf Erden zu konstituieren, welchem alle völlig eingegliedert werden müssen, die schon auf irgendeine Weise zum Volke Gottes gehören.« (Unitatis redintegratio, Nr. 3)

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